Das Designerteam Iskos, bestehend aus den beiden bekannten Formgebern Aleksej Iskos, geb. 1965 in Kharkiv, Ukraine und Boris Berlin, geb. 1953 in St. Petersburg, Russland, entstand 2010 in Kopenhagen.
Boris Berlin machte sein Examen an The Institute of Applied Arts and Design, St. Petersburg. Aleksej Iskos lernte an der dänischen Designerschule, Institute of Industrial Design, Kharkov National University of Pedagogics, Department of Artistic Education und Kharkov State Technical University of Building och Architecture, Architecture Department.
Boris Berlin hat sich bereits als die eine Hälfte des Designerteams Komplot profiliert, das im Laufe der Jahre zahlreiche internationale Anerkennung und Preise ernten konnte.
Über Komplot kamen Boris Berlin und Aleksej Iskos miteinander in Kontakt und begannen gemeinsam tätig zu werden. Sie kennen sich nun seit etwa 15 Jahren. Aleksej begann seine Laufbahn als Lehrling bei Komplot und war dort anschließend weitere 11 Jahre als Assistent tätig.
Da die beiden gern zusammenarbeiten fiel der Beschluss zur Gründung des Designerteams Iskos-Berlin nicht schwer. Vielleicht hat die Tatsache, dass beide aus Russland stammen etwas damit zu tun
oder auch nicht …
Von der Persönlichkeit unterscheiden sie sich in gewisser Weise stark voneinander. Aleksej ist ungeduldig, egozentrisch und behäbig – alles Eigenschaften, die ein erfolgreicher Designer haben muss … während Boris geduldig, uneigennützig und hartnäckig ist. Wie man sieht, ergänzen sich die beiden ausgezeichnet.
Ihre Inspiration kommt von nirgendwo … und überall; von der Natur und guten Konversationen, Kunstausstellungen, Architektur, Werkstoffen und Technologie, aber auch von vielen Stunden in Produktionshallen, Fabriken und Industrien, von Produktionsabfällen und Dingen, die niemand haben will.
Für sie ist Design eine Kunst des Erzählens. Je deutlicher eine Geschichte, desto größer die Chance, verstanden zu werden. Je größer die Überraschung, desto größer die Chance, von den Leuten geliebt zu werden. Und schließlich „bitte nicht zu seriös – und immer mit einem Schuss Humor“
Mögen Sie Woody Allen, dann sind Sie die perfekte Zielgruppe für Iskos-Berlin.
Als sie ihr erstes Produkt für Blå Station entwarfen, konzentrierten sie sich auf das Unperfekte, auf das Unvorhersehbare. Bei Design geht es gewöhnlich um den Wunsch und Idee der vollständigen Kontrolle über Funktion, Form, Material etc. Dieses ständige Streben nach Macht und Kontrolle über den gesamten Designprozess ist sicherlich eine typische Triebfeder der westlichen Kultur und zugleich deren Stärke und Fluch. Warum nicht mehr Nachgiebigkeit, dem Werkstoff sein natürliches Verhalten belassen, einer Sache die Freiheit gewähren, „unnormal“, unperfekt, einzigartig zu sein?
Ergebnis dieser Überlegungen ist Spook, ein „Statement“, das dem maskulinen Bestreben nach Beherrschung des Materials entgegensteht. Spook stellt eine Reaktion dar gegen die ständige Jagd nach Perfektion und der Intoleranz gegenüber dem Abweichenden und all dem, was als Fehler angeprangert wird. Eine Filzmatte, über eine dreidimensionale Form geworfen, lässt natürliche Formen entstehen, die später im Prozess erstarren. Dabei gleicht nie eine Form der anderen. Jeder Stuhl gleicht fast dem vorigen, nur anders.
Auf die Frage, welchen Designer sie selbst besonders schätzen, antworteten sie - "Vermutlich Gott!
(Wenn Sie sich Gott als Designer vorstellen können) Sein Design ist alles andere als perfekt. Zuweilen überflüssig, manchmal an der Grenz zum Bizarren – doch welche Phantasie, welche Vielfalt, welche Variationen der gleichen ursprünglichen Funktionen"